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Scheidungsunterlagen und Scheidungspapiere in der Schweiz - Welche Dokumente benötige ich?

Frau unterschreibt die Scheidungspapiere
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Welche Scheidungsunterlagen benötigt man? Wie kann ich die Scheidungspapiere zustellen? Wie lange sollte man Scheidungspapiere aufheben? 

Bei der Scheidung auf gemeinsames und einseitiges Begehren müssen dem Gericht einige Scheidungspapiere vorgelegt werden. Die zwei wichtigsten sind jedoch der Scheidungsantrag und die Scheidungskonvention bzw. die Scheidungsklage

Bei der Scheidung auf gemeinsames Begehren regeln die Eheleute die Nebenfolgen der Scheidung und halten die Vereinbarungen in der Scheidungskonvention schriftlich fest. Wird eine Scheidungsklage im Rahmen einer Scheidung auf einseitiges Begehren eingereicht, werden die Nebenfolgen meist in der Gerichtsverhandlung geklärt. 

Inhaltsverzeichnis

Wann reicht man einen Scheidungsantrag ein?

Sind sich die beiden Ehegatten bezüglich der Scheidung einig, können sie im Rahmen einer Scheidung auf gemeinsames Begehren einen Scheidungsantrag beim zuständigen Gericht einreichen. 

Dieser Scheidungsantrag zeigt das beidseitige Scheidungsbegehren an und wird zusammen mit einer Scheidungskonvention eingereicht. Der Scheidungsantrag muss alle wichtigen Personalien der Ehepartner enthalten und erläutern, ob die Scheidungsfolgen selbst vereinbart wurden oder ob das Gericht dies übernimmt. 

Werden die Vereinbarungen selbst getroffen, werden sie in der Scheidungskonvention festgehalten.

Demnach besteht ein Scheidungsantrag aus einem schriftlich verfassten Scheidungsbegehren und der Scheidungskonvention. 

Ein Großteil der Scheidungen in der Schweiz erfolgt auf gemeinsames Begehren, da die Dauer der Scheidung kürzer und die Scheidungskosten geringer sind. Ferner ist die Scheidung auf gemeinsames Begehren in der Schweiz ohne ein zweijähriges Trennungsjahr möglich. 

Was regelt die Scheidungskonvention?

Für die Verfassung der Scheidungskonvention können Sie bei Bedarf die Hilfe eines Anwalts für Familienrecht in Anspruch nehmen. 

In der Scheidungskonvention werden alle Nebenfolgen der Scheidung schriftlich festgehalten. Geregelt werden das Sorgerecht für die gemeinsame Kinder, das Besuchsrecht, der Kindesunterhalt, der nacheheliche Unterhalt, die beruflichen Vorsorgen, die Aufteilung der Ehewohnung sowie die Vermögensaufteilung.

  • Sorgerecht: Ein Elternteil muss die elterliche Obsorge zugeteilt bekommen. Erh en beide Elternteile das Sorgerecht, muss die Betreuung und der Kindesunterhalt geregelt werden.
  • Kindesunterhalt
  • Vorsorgeausgleich: Aufteilung der Freizügigkeitsguthaben bei den Pensionskassen der Ehegatten. Hälftige Aufteilung der Pensionsbeträge beider Ehegatten.
  • Ehegattenunterhalt: Höhe und Dauer der Unterhaltszahlungen müssen vereinbart werden.
  • Güterrechtliche Auseinandersetzung: Das eheliche Vermögen muss aufgeteilt werden.
  • Aufteilung der Ehewohnung
  • Vereinbarung über die Übernahme der Gerichts- und Anwaltskosten

Was einmal in der Scheidungskonvention vereinbart wurde, kann nur schwer geändert werden, sobald es vom Gericht genehmigt wurde. Lassen Sie sich daher von einem Rechtsanwalt ausführlich beraten, um Ihre Ansprüche durchzusetzen.  

Benötige ich ein Formular für den Scheidungsantrag und die Scheidungskonvention?

Den Scheidungsantrag können Sie selbst verfassen, allerdings sollten Sie dabei auf dessen Vollständigkeit und formale Form achten. Andernfalls können Sie einen Anwalt kontaktieren, der Ihnen bei der Formulierung und Erstellung des Scheidungsantrags und der Scheidungskonvention behilflich ist. 

Doch auch im Internet gibt es einige Formulare, die zum Download bereitstehen. Wichtig ist auch, dass der Scheidungsantrag und die Scheidungskonvention von beiden Ehepartnern unterzeichnet wurde.

Sollten Sie sich bezüglich der Nebenfolgen der Scheidung nicht einig sein, können Sie das Gericht damit beauftragen, die strittigen Nebenfolgen zu klären.

Wann reicht man eine Scheidungsklage ein?

Eine Scheidungsklage muss immer dann eingereicht werden, wenn es sich um eine Scheidung auf einseitiges Begehren handelt. 

Hier muss insbesondere beachtet werden, dass man eine Scheidung nur einreichen kann, wenn das Trennungsjahr von 2 Jahren verstrichen ist. Gegebenenfalls können in diesem Zusammenhang Nachweise notwendig sein, die belegen, dass das Trennungsjahr vollzogen wurde. 

Nur unter bestimmten Umständen kann das Trennungsjahr aufgrund von Unzumutbarkeit übersprungen werden.

Wo finde ich das Formular für die Scheidungsklage?

Beachten Sie, dass eine Scheidungsklage erst nach Ablauf der zweijährigen Trennungsfrist möglich ist. Auch für die Scheidungsklage gibt es Online einige vorgefertigte Formulare, die zum Download bereitstehen. 

Allerdings können die Eheleute dieses auch eigenständig verfassen. Da die Klage aber schnell abgewiesen werden kann, wenn diese nicht vollständig ist oder Formalitäten nicht erfüllt sind, raten wir zur Konsultation eines Anwalts. 

Sollte die Scheidungsklage abgewiesen werden, ist dies mit erhöhten Kosten für die Scheidung verbunden. Wurde die Scheidungsklage erstellt, muss diese am Wohnsitz einer Partei eingereicht werden.

Welche Scheidungsunterlagen benötige ich?

Was braucht man alles für eine Scheidung? Ist ein Ehegatte Schweizer, dann benötigen Sie den Familienausweis, welchen Sie beim Zivilstandsamt am Heimatort des Ehepartners beziehen können. Der Familienausweis darf nicht älter als drei Monate sein und ist nicht zu verwechseln mit dem Familienbüchlein oder dem Eheschein.

Bei einer ausländischen Ehe wird ein Attest oder eine Wohnsitzbestätigung für die Familie benötigt, welches Sie beim Einwohnermeldeamt der Wohnortgemeinde beziehen können. Dieses darf ebenfalls nicht älter als 3 Monate sein.

Sollte ein Ehevertrag vorhanden sein, dann muss dieser auch vorlegt werden.

Welche Nachweise sind für die Scheidungskonvention wichtig?

Für die vollständige oder unvollständige Scheidungskonvention ist auch eine Bestätigung der Vorsorgeeinrichtung (Pensionskasse, Freizügigkeitsstiftung) beider Ehegatten über die Höhe der Vorsorgeguthaben und bezüglich der Durchführbarkeit der Teilung beizulegen. 

Ferner werden die Steuererklärungen der letzten 2 Jahre mit Hilfsblättern benötigt. Bei der Zuteilung von Immobilien benötigen Sie den Grundbuchauszug oder bei Übertragung eines Mietverhältnisses einen Mietvertrag

Hinsichtlich umstrittener Unterhaltsregelungen werden zusätzlich der Lohnausweis oder die Lohnabrechnung der letzten 6 Monate benötigt; bei selbstständig Erwerbstätigen ist die Bilanz und Erfolgsrechnung der letzten 2 Jahre vorzulegen. Darüber hinaus ist eine lückenlose Aufstellung über die Privatbezüge vorzuweisen. 

Für die Klärung des Unterhalts muss auch ein Nachweis über Einkünfte aus Nebenerwerb sowie ein Ausweis über Renteneinkommen (AHV, IV, AIV, Pensionskassenrenten, SUVA-Taggelder) vorgelegt werden.

Des Weiteren sind Kontoauszüge, Steuerrechnungen, eine letzte Mietzinsanpassung und Heizungskostenabrechnungen bzw. Hauskostenbelege (Hypotheken, Unterhalts- und Betriebskosten), Belege für die Kinderbetreuung (z.B. Krippe) sowie Krankenkassenabrechnungen relevant. Ebenso sollten Sie Belege für Hausrat- und Haftpflichtversicherungen, Telefon- und Billag-Rechnungen, Belege für Berufsauslagen, Abrechnungen für Lebensversicherungen sowie Nachweise über bezahlte Schuldzinsen vorlegen können.

Einige Unterlagen müssen erst bei der Verhandlung vorgewiesen werden können, allerdings empfiehlt es sich, beim Einreichen der Scheidung alle Unterlagen parat zu haben. 

Dadurch können Sie die Dauer der Scheidung zusätzlich verkürzen und ersparen sich zusätzliche Arbeit. Bestenfalls nummerieren Sie alle Belege und erstellen ein übersichtliches Verzeichnis.

Liste aller relevanten Dokumente für die Scheidungspapiere

  • Nachweis des Wohnsitzes
    • Mindestens ein Ehepartner ist Schweizer: Familienausweis.
    • Ausländische Ehe: Attest oder eine Wohnsitzbestätigung für die Familie
  • Ehevertrag
  • Scheidungskonvention (vollständig oder unvollständig)
  • Zuteilung von Immobilien: Grundbuchauszug
  • Mietvertrag
  • Steuererklärung der letzten 2 Jahre
  • Einkommensnachweise sowie Aufstellung über Privatbezüge
    • Angestellte: Lohnausweis oder Lohnabrechnung
    • Selbstständige: Bilanz und Erfolgsrechnung
  • Bestätigungen der Vorsorgeeinrichtung (Pensionskasse, Freizügigkeitsstiftung)
  • Ausweise über Einkünfte aus Nebenerwerb
  • Ausweise über Renteneinkommen (AHV, IV, AlV, Pensionskassenrenten, SUVA-Taggelder
  • Kontoauszüge
  • Steuerrechnungen
  • Letzte Mietzinsanpassung und Heizkostenabrechnung bzw. Hauskostenbelege (Hypothekarzins, Unterhalts- und Betriebskosten)
  • Belege für Kinderbetreuungskosten (Krippe, Hort etc.)
  • Belege über Krankenkassenprämien
  • Prämien für Hausrat- und Haftpflichtversicherung
  • Telefon- und Billag-Rechnungen
  • Berufsauslagen (Fahrkosten zum Arbeitsplatz, Verpflegungskosten, Beiträge an Berufsverbände)
  • Rechnungen für Lebensversicherungsprämien
  • Nachweise über bezahlte Schuldzinsen

Wie lange muss man die Scheidungspapiere aufheben?

Grundsätzlich sollte man die Scheidungsurkunde, welche man bei Erhalt des Scheidungsurteils von seitens des Gerichts erhält, ein Leben lang aufbewahren. 

Insbesondere nach der Scheidung sind einige Behördengänge notwendig, um den Namen und den Wohnsitz zu ändern. 

Hierfür wird das Scheidungsurteil als Nachweis der rechtmässigen Scheidung von den Behörden benötigt. Bewahren Sie das Scheidungsurteil bzw. die Scheidungsurkunde gut auf.

Wo bekomme ich die Scheidungsunterlagen her? Sollten Sie den Nachweis verloren haben, müssen Sie sich an das Gericht wenden, welches das Scheidungsurteil ausgesprochen hat.

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