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Dauer der Scheidung - Wie lange dauert eine Scheidung in der Schweiz?

Frau zeigt mit Zeigefinger auf die Uhr
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Wie lange die Dauer eine Scheidung in der Schweiz ist, hängt von vielen Faktoren ab. Entscheidend bei der Frage, wie lange eine Scheidung in der Schweiz dauert, ist vor allem die Scheidungsart. Handelt es sich um eine Scheidung auf gemeinsames Begehren, dann ist die Dauer der Scheidung geringer als bei einer Scheidung auf einseitiges Begehren. 

Je nachdem müssen Sie entweder einen Scheidungsantrag oder eine Scheidungsklage einreichen, was wiederum die Scheidungsdauer in der Schweiz beeinflusst. Darüber hinaus hat die Art der Scheidung nicht nur Auswirkungen auf die Dauer der Scheidung, sondern auch auf die Kosten der Scheidung.

Wie lange eine Scheidung in der Schweiz dauert, ist auch davon abhängig, ob es sich um eine Scheidung mit Kind handelt oder nicht bzw. wie viele Nebenfolgen der Scheidung (Sorgerecht, Ehegattenunterhalt, Kindesunterhalt und Vermögensaufteilung) geklärt werden müssen.

Inhaltsverzeichnis

Wie lange dauert die Scheidung in der Schweiz?

Wie gehe ich vor bei einer Scheidung? Das Ziel sollte eine friedliche Lösung sein, denn Scheidung ungemein verkürzen kann und die Scheidungskosten niedrig hält. 

Sind sich die Ehepartner bezüglich der Nebenfolgen der Scheidung (Sorgerecht, Unterhalt, Vermögensaufteilung) einig, können sie einvernehmlich eine Lösung finden und somit kostbare Zeit bei der Scheidungsdauer sparen. Demgegenüber steht die Scheidung auf einseitiges Begehren, bei der sich die Dauer der Scheidung in der Schweiz über mehrere Jahre hinziehen kann. 

Das Trennungsjahr bei einer Scheidung

Anders als beispielsweise in Deutschland und Österreich müssen die Ehepartner in der Schweiz kein Trennungsjahr vollziehen, um die Scheidung auf gemeinsames Begehren einzureichen. 

Sind sich beide Ehegatten einig, kann die Scheidung ohne Trennungsjahr erfolgen. Hierfür wird ein Scheidungsantrag mit einer Scheidungskonvention bei Gericht eingereicht. Möchte ein Ehepartner sich nicht scheiden lassen, handelt es sich um eine Scheidung auf einseitiges Begehren, die wiederum mit einer Scheidungsklage eingeleitet wird. 

Weigert sich ein Ehepartner, kann die Scheidung erst nach einem Trennungsjahr von 2 Jahren vollzogen werden. Nur in Ausnahmefällen, wenn die Fortsetzung der Ehe unzumutbar ist, entfällt das Trennungsjahr.     

Wie lange dauert eine Scheidung auf gemeinsames Begehren?

Wie lange eine Scheidung auf gemeinsames Begehren dauert, kann auch von unterschiedlichen Faktoren abhängen. In der Regel beträgt die Dauer einer Scheidung auf gemeinsames Begehren zwischen 1 bis 6 Monaten. 

Seit 2010 entfällt die zweimonatige Bedenkfrist, wodurch die Scheidung unmittelbar nach Verkündung des Gerichtsurteils rechtskräftig ist.

Darüber hinaus verkürzt sich die Dauer der Scheidung auf gemeinsames Begehren auch durch das Ausbleiben des zweijährigen Trennungsjahrs. Bei der Scheidung auf einseitiges Begehren muss zunächst die Trennungsphase erfüllt sein, bevor man die Scheidung einreichen kann (siehe auch Scheidungsklage). 

Grundsätzlich kann man sagen, dass der Ablauf der Scheidung in der Schweiz zügig gehandhabt wird. Besteht zwischen den Eheleuten Einverständnis im Hinblick auf die Nebenfolgen der Scheidung, sodass keine Unterhalts-, Sorgerechts- und Vermögensfragen geklärt werden müssen, ist die Scheidung schnell vollzogen. 

Allerdings kann eine Scheidung ohne Kind schneller vollzogen sein als ein eine Scheidung mit Kind, da die Ehepartner keine Vereinbarungen für den Kindesunterhalt und das Sorgerecht treffen müssen.  

Ablauf und Dauer bei der Scheidung auf gemeinsames Begehren verkürzt?

Wir wollen die Scheidung – wie vorgehen? Bei einer Scheidung auf gemeinsames Begehren können beide Ehepartner zusammen die Scheidung einreichen, indem sie einen Scheidungsantrag beim zuständigen Gericht einsenden. 

Dabei ist es nicht notwendig, die Gründe für die Scheidung zu nennen. Beide Ehepartner verfassen gemeinsam eine Vereinbarung bzw. Konvention über die Folgen der Scheidung. Diese enthalten Vorschläge zum Sorgerecht, der Verteilung der Ehewohnung, Kindes- und Ehegattenunterhalt sowie der Teilung der Güter und Gerichtskosten.

Wer die Scheidungsdauer verkürzen möchte, sollte keine Zeit bei der Erarbeitung einer Scheidungskonvention verlieren. 

Ein vollständiger Antrag inklusive Konvention sowie ein zügiges Treffen der notwendigen Vereinbarungen zwischen den Ehepartnern können die Dauer der Scheidung in der Schweiz ebenfalls verkürzen. Demnach können Sie selbst beeinflussen, wie lange eine Scheidung in der Schweiz dauert.  

Was kann die Dauer der Scheidung auf gemeinsames Begehren verzögern?

Sind sich die Ehepartner allerdings bei Fragen des Unterhalts bei der Scheidung in der Schweiz nicht einig, verzögert sich die Dauer der Scheidung, da ein strittiges Verfahren eingeleitet werden muss. Eine Alternative hierzu kann die kostengünstigere Mediation sein, bei welcher ein Mediator zwischen den Eheleuten vermittelt, um eine einvernehmliche Lösung zu erzielen.

Dauer einer Scheidung – Von der Antragstellung bis zum Urteil

Haben Sie alle notwendigen Dokumente und Nachweise vorliegen, sollte die Antragstellung zügig vorangehen. 

Für die Ausfüllung des Scheidungsantrags und Zusammenstellung der notwendigen Dokumente sollten Sie lediglich einige Stunden benötigen. Viele Gerichte bieten vorgefertigte Formulare für den Scheidungsantrag an, andere akzeptieren einen Brief mit einer Erklärung, dass man die Scheidung einreichen möchte. 

Wichtig ist vor allem die Scheidungskonvention, die alle Folgen der Scheidung zwischen den Ehepartnern regeln soll. Erstellen Sie die nötigen Kopien für das Dossier und unterschreiben Sie das Scheidungsgesuch und die Konvention. Danach können Sie die Formulare an das zuständige Gericht senden.

Anschließend erhalten Sie vom Gericht eine Zahlungsaufforderung für die Gerichtsgebühren, für welche Sie rund 10 bis 14 Tage einrechnen sollten. Je nach Bearbeitungsdauer der Gerichte kann es aber auch länger dauern. 

Durch eine direkte Zahlung verkürzt sich die Dauer der Scheidung. Sobald die Gebühren entrichtet wurden, erhalten Sie eine Einberufung des Gerichts. Hierfür sollten Sie nach Zahlungsausgang bzw. -eingang erneut 10 bis 14 Tage einkalkulieren. 

Die Gerichtsverhandlung sollte in der Regel 3 bis 6 Wochen später erfolgen.

Demnach dauert es circa 2 Monate von der Einsendung des Antrags bis zur Verhandlung. Bei einer Scheidung auf gemeinsames Begehren ist die Gerichtsverhandlung nach 20 bis 30 Minuten beendet. 

Im Rahmen der Verhandlung möchte der Richter sich vergewissern, dass sich die Ehepartner aus freiem Willen einvernehmlich scheiden lassen möchten und die Vereinbarungen der Konvention gerecht sind. Im Anschluss spricht der Richter das Urteil.

Bei einer Scheidung mit Kindern hat der Richter zusätzlich die Möglichkeit sich nach einem Bericht der Sozialhilfe zu erkundigen, um die Vereinbarungen zur Obhut zu prüfen. 

Bei Unstimmigkeiten kann sich die Urteilssprechung durch die entsprechende Beurteilung um 6 bis 8 Wochen verzögern. Andernfalls erhalten Sie das Urteil innerhalb von 3 bis 4 Wochen nach der Verhandlung. 

Demgegenüber beträgt die Dauer einer Scheidung bei einseitigem Begehren bis zum Urteil in erster Instanz mindestens 1 Jahr nach dem Einreichen der Scheidungsklage.

Wie lange dauert eine Scheidung auf einseitiges Begehren?

Sobald ein Ehepartner nicht mit der Scheidung einverstanden ist, handelt es sich um eine Scheidung auf einseitiges Begehren. In diesem Fall müssen die Ehepartner damit rechnen, dass sich die Dauer der Scheidung auf mehrere Jahre hinziehen kann. 

Zunächst einmal sind die Eheleute dazu verpflichtet, ein Trennungsjahr von 2 Jahren zu vollziehen. Erst im Anschluss können sie die Scheidung einreichen; bei einseitigem Begehren ist eine Scheidungsklage notwendig.  

Hinzukommt, dass eine Scheidung mit Kindern ein höheres Konfliktpotential birgt als eine Scheidung ohne Kinder, wenn zunächst Sorgerechts- und Unterhaltsfragen gerichtlich geklärt werden müssen. 

Dies sorgt insgesamt nicht nur für eine längere Dauer der Scheidung und kann im schlimmsten Fall zu langwierigen Gerichtsverhandlungen führen, sondern erhöht auch die Kosten der Scheidung. Eine Scheidung ohne Kinder kann die bereits komplizierte Scheidung auf einseitiges Begehren ein stückweit verkürzen.

Scheidung in der Schweiz für Ausländer und Schweizer im Ausland

Für Ausländer gelten bei einer Scheidung in der Schweiz die gleichen Regelungen. Allerdings muss zumindest ein Ehepartner seinen Wohnsitz in der Schweiz haben. 

Allerdings kann sich die Scheidung auf das Aufenthaltsrecht des Ehepartners auswirken, sofern die Ehe nicht mindestens 3 Jahre bestand, der Wohnsitz in der Schweiz war und eine erfolgreiche Integration stattfand, oder wenn persönliche Gründe die Aufenthaltsgenehmigung in der Schweiz notwendig machen.

Sind beide Ehepartner Schweizer und leben im Ausland, haben sie in der Regel keinen Wohnsitz mehr in der Schweiz. Das Scheidungsbegehren kann in diesem Fall nur in der Schweiz eingereicht werden, wenn eine Scheidung im Ausland unmöglich oder unzumutbar wäre. Dann darf die Scheidung am Heimatort eines Ehepartners eingereicht werden.   

Scheidung für Deutsche in der Schweiz

Hat ein Ehepartner eine andere Staatsbürgerschaft oder einen Wohnsitz im Ausland, kann die Scheidung auch im Ausland erfolgen. 

Je nach Land kann hier die Dauer der Scheidung stark variieren. Gleiches gilt auch für die Scheidung für Deutsche in der Schweiz. 

Ist beispielsweise ein Ehegatte nach oder vor der Eheschliessung Deutscher oder haben beide Ehepartner ihren Wohnsitz in Deutschland muss die Scheidung für Deutsche nicht in der Schweiz vollzogen werden. Unter Umständen kann die Dauer der Scheidung aber länger sein.

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