Kosten einer Scheidung in der Schweiz - Finanzielle Folgen

  • Redaktion Familienrechtsinfo.ch
Ehepaar sitzt nebeneinander mit verschränkten Armen
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Je nach Scheidungsverfahren können die Kosten einer Scheidung in der Schweiz stark variieren. Scheidungsverfahren, die mehrere Jahre dauern, sind demzufolge sehr kostspielig. Hierbei sollten nicht nur die Gerichts- und Anwaltskosten berücksichtigt werden, sondern auch der zeitliche Ablauf der Scheidung in der Schweizund die Nachteile, die eine Verschiebung mit sich bringen.

Hier erhalten Sie die wichtigsten Hintergrundinformationen zum Ablauf und der Dauer einer Scheidung in der Schweiz: „Strittige Scheidung – Ablauf, Kosten und Dauer“.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mit welchen Kosten muss man bei einer Scheidung rechnen?

Die Kosten bei einer Scheidung in der Schweiz setzen sich hauptsächlich aus Anwalts- und Gerichtskosten zusammen. Hierbei variieren die Gerichtskosten von Kanton zu Kanton.

  • Sind die Kosten in den jeweiligen Schweizer Kantonen gleich?

Nein. In jedem Kanton berechnen die Gerichte andere Gebühren. Der günstigste Kanton ist Basel-Stadt; der teuerste Kanton ist Zürich.

  • Mit welchen Anwaltskosten muss ich rechnen?

Die Anwaltshonorare werden meist von den Anwälten selbst kalkuliert, richten sich in vielen Fällen aber auch nach festgelegten Tarifen. Für eine bessere Kostentransparenz sollten Sie die Kosten vorab mit Ihrem Anwalt besprechen. 

  • Was kostet ein Erstgespräch in der Schweiz?

Einige Kanzleien bieten bereits ein einstündiges Erstgespräch zu einem erschwinglichen Preis von 200 bis 300 Schweizer Franken.

  • Wie kann ich Kosten bei einer Scheidung sparen?

Da die Kosten für eine Scheidung auf Gemeinsamens Begehren in der Schweiz am geringsten sind, sollten Sie mit Ihrem Partner eine einvernehmliche Lösung anstreben, um Anwalts- und Gerichtskosten zu sparen.   

  • Ist eine Scheidungsklage erheblich teurer als ein gemeinsames Scheidungsbegehren?

Ja, denn das Verfahren ist wesentlich komplexer. Obschon die einvernehmliche Scheidung im Kanton Bern-Stadt nur 830 CHF kostet, so können sich die Kosten für eine Scheidungsklage im gleichen Kanton auf 2500 CHF belaufen.

  • Ist eine kostenlose Scheidung in der Schweiz möglich?

Ja, denn unter gewissen Voraussetzungen haben mittellose Ehepaare einen Anspruch auf eine unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche Rechtsvertretung.

  • Wer trägt die Kosten einer Scheidung?

Wer die Kosten einer Scheidung trägt, ist abhängig von der Art des Scheidungsverfahrens. Die Kosten für eine einvernehmliche Scheidung in der Schweiz tragen die Ehegatten gemeinsam, d.h. die Gerichtskosten werden unter ihnen aufgeteilt und die Anwaltskosten von jedem Ehepartner selbst getragen. Bei einem strittigen Verfahren muss die unterlegene Partei nach Massgabe ihres Unterliegens die Gerichts- und Anwaltskosten des Ehepartners tragen. Inbegriffen sind hierbei auch die eigenen Anwaltskosten.  

Prinzipiell setzen sich die Kosten einer Scheidung in der Schweiz aus den folgenden zwei Faktoren zusammen:

1. Anwaltskosten
2. Gerichtskosten

Anwaltskosten für eine Scheidung

Die Anwaltskosten sind abhängig von den individuellen Honorarvereinbarungen der Rechtsanwälte. Diese Vereinbarungen können jedoch vorab mit dem entsprechenden Rechtsexperten für Familienrecht getroffen werden. In der Regel bemisst sich das Anwaltshonorar nach dem Zeitaufwand, der Komplexität des Scheidungsfalls, dem Streitwert und der Leistungsfähigkeit des Mandanten. Dem-zufolge gilt: Je höher der Aufwand und je komplexer die Angelegenheit, desto höher sind die Kosten bei einer Scheidung für die Rechtsvertretung.

Werden keine individuellen Honorarvereinbarungen mit dem Anwalt getroffen, dann gelten die kantonalen Gebührenverordnungen, welche von Kanton zu Kanton unterschiedlich sind. Doch auch bei diesen Gebührenverordnungen erhöht sich das Honorar bei einem hohen Streitwert. Die Kosten einer einvernehmlichen Scheidung in der Schweiz sind hingegen meist wesentlich geringer. Kontaktieren Sie in unserer Anwaltssuche einen Scheidungsanwalt, um einen Termin für ein Erstgespräch zu vereinbaren und einen Überblick über Ihre Situation zu erhalten.

Gerichtskosten bei strittiger Scheidung

Die Gerichtskosten sind von Kanton zu Kanton unterschiedlich und richten sich nach deren spezifischer Rechtsgrundlage. Die Gerichtskosten werden vom Gericht festgelegt und bemessen sich unter anderem am Gesamteinkommen beider Ehegatten. Wer wenig verdient, zahlt weniger. Wer mehr verdient, zahlt mehr.

Die Gerichtskosten sind ebenfalls abhängig von den vermögensrechtlichen Interessen (Streitwert), der Komplexität der Angelegenheit und der Dauer des Verfahrens. Die Gerichtskosten setzen sich aus den folgenden Faktoren zusammen:

  • Gerichtsgebühren (Vorladungen, Zustellungen, Urteilsausfertigung)
  • Auslagen (Zeugen, Gutachter)

Überblick der Gerichtsgebühren in den Kantonen

Da die Gerichtsgebühren in jedem Kanton unterschiedlich sind, möchten wir Ihnen hier einen detaillierten Überblick der Gerichtsgebühren in den Kantonen bieten. Es steht ausser Frage, dass die Kosten einer Scheidung mit einvernehmlicher Lösung stets geringer sind als die einer umfangreichen strittigen Scheidung. Daher werden in der folgenden Auflistung die minimalen Gerichtskosten für eine einvernehmliche Scheidung erläutert.

KantonGerichtskosten*
Aargau1800 CHF
Appenzell-Innerrhoden1600 CHF
Appenzell-Ausserrhoden1200 CHF
Bern1800 CHF
Basel-Landschaft1700 CHF
Basel-Stadt  830 CHF
Glarus1800 CHF
Graubünden1500 CHF
Luzern1800 CHF
Nidwalden1800 CHF
Obwalden1800 CHF
St. Gallen1800 CHF
Schaffhausen2000 CHF
Solothurn1500 – 1700 CHF
Schwyz2000 CHF
Thurgau1400 – 1800 CHF
Uri1700 CHF
Zug1800 CHF
Zürich1200 – 2600 CHF

*Minimale Gerichtskosten bei einer einvernehmlichen Scheidung

Die Übersicht zeigt, dass der preiswerteste Kanton der Deutschschweiz der Kanton Basel-Stadt ist. Hier zahlen Ehepaare nur 830 CHF für einen einvernehmliche Scheidung. Am teuersten scheint der Kanton Zürich zu sein, denn die Bezirksgerichte Dietikon und Meilen verlangen 2600 Franken für eine einvernehmliche Scheidung.

Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei den obigen Gerichtsgebühren um den einfachsten Scheidungsfall handelt: Das heisst beide Eheleute sind sich über alle Aspekte wie Sorgerecht und Unterhalt einig, sodass eine sogenannte Scheidungskonvention vorliegt. Das Gericht muss ein Scheidungsurteil nicht schriftlich begründen.

Praxis Beispiel:

Angenommen Herr und Frau Rosenbaum leben seit einiger Zeit getrennt. Herr Rosenbaum lebt im Kanton Bern und Frau Rosenbaum im Kanton Aargau. Aufgrund anhaltender ehelicher Diskrepanzen werden sie sich nicht einig, in welchem Kanton sie letztendlich die Scheidung einreichen möchten. Frau Rosenbaum entscheidet sich kurzerhand die Scheidung im Kanton Aargau einzureichen und Herr Rosenbaum wählt Basel. Obwohl beide für den gleichen Arbeitsaufwand einen Antrag stellen, fordert das Gericht für Basel-Stadt nur 830 CHF von Herrn Rosenbaum, aber das Aargauer Gericht 1800 CHF von Frau Rosenbaum. Somit betragen die Gerichtskosten für eine Scheidung in Aargau mehr als das Doppelte im Vergleich zu Basel-Stadt. Hätte Herr Rosenbaum im Kanton Bern gewohnt, so müsste er auch 1800 CHF zahlen. denn dies sind die Kosten für eine Scheidung im Kanton Bern.

Enorme Kosten bei einseitigem Scheidungsbegehren

Zu beachten ist auch, dass enorme Kosten bei einem einseitigen Scheidungsbegehren entstehen können. Sollte nur ein Ehepartner die Scheidung wollen und deshalb die Klage einreichen, so muss er mit erhöhten Kosten für die Scheidung in der Schweiz rechnen. Selbst im günstigsten Kanton Bern können sich die Kosten auf bis zu 2500 Franken belaufen, in Aargau betragen die Kosten für eine Scheidung ohne Einvernehmen sogar 7770 Franken. Allerdings gibt es Sonderregelungen in einigen Kantonen, nach denen der Richter die Sätze anpassen kann.

Wichtig:

Das Scheidungsbegehren kann in den Gerichtskreisen eingereicht werden, in denen einer der beiden Ehegatten wohnt.

Wer trägt die Kosten einer Scheidung?

Wer trägt die Kosten einer Scheidung in der Schweiz? Selbstverständlich sind die Kosten für eine einvernehmliche Scheidung am niedrigsten.

Kosten bei einvernehmlicher Scheidung (Scheidung auf gemeinsames Begehren)

Die Kosten für eine einvernehmliche Scheidung tragen die Ehegatten gemeinsam, d.h. die Gerichtskosten werden geteilt. Die Anwaltskosten werden ebenfalls von beiden Ehegatten übernommen, wobei jeder für die eigenen Kosten aufkommt. In der Scheidungskonvention kann bei Bedarf etwas anderes vereinbart werden.

Kosten bei einem strittigen Scheidungsverfahren

Grundlage der strittigen Scheidung ist die Zivilprozessordnung, nach welcher sich die Kostenübernahme richtet. Grundsätzlich muss die unterlegene Partei nach Massgabe ihres Unterliegens die Gerichts- und Anwaltskosten des Ehepartners tragen. Inbegriffen sind hierbei auch die Kosten des eigenen Anwalts.

Gebühren bei Rückzug der Scheidungsklage

Der Rückzug der Klage wird als Unterliegen gewertet, daher sind die Kosten für die Scheidung in der Schweiz vom Kläger zu tragen.

Frau sitzt neben Ehemann mit verschränkten Armen

Kostenlose Scheidung in der Schweiz

Unter bestimmten Voraussetzungen besteht für Schweizer Paare aber auch die Möglichkeit einer kostenlosen Scheidung in der Schweiz. Doch wie kann eine Scheidung ohne Kosten vollzogen werden?

Ein Scheidungsverfahren kostet beinahe nichts, wenn den Ehegatten unentgeltliche Rechtspflege zusteht. Sollten Ihre finanziellen Mittel nicht ausreichen, um die Gerichtskosten und die Rechtsvertretung zu zahlen, können Sie ein Gesuch für eine unentgeltliche Prozessführung und einen kostenlosen Rechtsbeistand stellen. Dieses Gesuch muss beim Einreichen des gemeinsamen Scheidungsbegehrens gestellt werden.

Ziel des Gesuchs ist:

  • Die Kostenbefreiung (Vorschüsse, Kautionen, Gerichtskosten)
  • Ernennung des unentgeltlichen Rechtsbeistands und Bezahlung dessen Honorars durch den Staat.

Eine unentgeltliche Prozessführung wird nur genehmigt, wenn den Ehepartnern nachweisbar nicht genügend Mittel zur Verfügung stehen.

Steht Ihnen die unentgeltliche Rechtspflege nicht zu, haben Sie die Möglichkeit durch eine einvernehmliche Scheidung erhebliche Kosten zu sparen. Darüber hinaus bieten einige Anwaltskanzleien eine kostengünstige Online-Scheidung an. Sind sich die Eheleute einige, dass die Ehe einvernehmlich geschieden wird, kann die Dauer der Scheidung in der Schweiz erheblich verkürzt werden. Ausserdem reduzieren sich die Kosten einer einvernehmlichen Scheidung in der Schweiz, da beide Ehegatten nur einen Anwalt heranziehen können.

In unserer Anwaltssuche  finden Sie mit Sicherheit den passenden Spezialisten für Ihre Scheidung. Die meisten Kanzleien bieten ein Erstgespräch zu einem erschwinglichen Preis oder sogar kostenlos an. Verschaffen Sie sich einen Überblick und die notwendige Rechtsicherheit, indem Sie sich ausführlich von einem Experten beraten lassen. 

Kosten bei einer Scheidung in der Schweiz sparen

Eine Scheidung mit Klage kann mehrere Jahre dauern, emotional und psychisch sehr belastend sein, vor allem aber auch eine grosse finanzielle Belastung darstellen. Daher möchten wir Ihnen einige Tipps geben, wie Sie Kosten bei einer Scheidung in der Schweiz sparen können. Wie bereits erwähnt, sind die Kosten für eine einvernehmliche Scheidung in der Schweiz am geringsten. Daher sollten Sie versuchen, mit Ihrem Partner eine friedliche Lösung zu erarbeiten, um Anwalts- und Gerichtskosten zu sparen.

In einem gemeinsamen Scheidungsbegehren bekräftigen beide Ehegatten Ihre Entscheidung zur Scheidung und einigen sich schriftlich über eine Scheidungskonvention über wesentliche Punkte wie Sorgerecht, Unterhalt, Pension und Vermögen.Sehen die Ehepartner von einem Rosenkrieg ab, dann bestehen gute Chancen, eine relativ kostengünstige Scheidung zu vollziehen.

Alle Informationen zu den Themen Unterhalt und Vermögensaufteilung erhalten Sie in den folgenden Artikeln:

  • Unterhalt während der Ehe/bei aufrechter Ehe
  • Ehegattenunterhalt berechnen
  • Ehegattenunterhalt in der Schweiz
  • Unterhalt bei einvernehmlicher Scheidung – alles was Sie wissen sollten!
  • Vermögensaufteilung bei einer Scheidung mit einem Haus
  • Vermögensaufteilung bei einer Scheidung ohne Ehevertrag
  • Vermögensaufteilung bei der Scheidung

1. Scheidungsbegehren einreichen

Das Scheidungsbegehren wird von beiden Ehepartnern unterschrieben beim zuständigen Gericht eingereicht. Leben die Paare jedoch seit längerer Zeit getrennt, so können sie nach einer Trennungszeit von 4 Jahren auch allein die Scheidung einreichen. Dies geht auch gegen den Willen des Expartners. Allerdings ist hierbei mit erhöhten Kosten für die Scheidung in der Schweiz zu rechnen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit vor den 4 Jahren Trennungszeit die Scheidung einzureichen, sofern eine Unzumutbarkeit bezüglich des Fortbestehens der Ehe vorliegt. Jedoch müssen hierfür schwerwiegende Gründe vorliegen.

2. Einvernehmliche Scheidungslösung durch Mediation

Sollten zwischen Ihnen und Ihrem Partner noch kleinere Unstimmigkeiten oder marginale Konflikte bestehen, dann ist die Mediation eine gute und kostengünstige Alternative. Mithilfe eines Mediators kann eine einvernehmliche Lösung durch Mediation erarbeitet werden. Es ist ein friedlicher und aussergerichtlicher Weg, Konflikte zu lösen. Im Rahmen einer Mediation erarbeitete Lösungen sind nicht nur exakt auf die individuellen Bedürfnisse der Ehegatten abgestimmt, sondern auch zukunftsfähiger als Gerichtsbeschlüsse. 

Durch eine gemeinsame Lösungsfindung besteht ein höheres Mass an Selbstbestimmung und Akzeptanz. Dies ist insbesondere für Paare mit gemeinsamen Kindern wichtig, um in Zukunft einen respektvollen Umgang miteinander zu pflegen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Mediation ist jedoch eine kooperative Zusammenarbeit der beiden Ehepartner.

In unserer Anwaltssuche erhalten Sie eine Auswahl an spezialisierten Scheidungsanwälten und Mediatoren in Ihrer Schweizer Stadt. Vereinbaren Sie noch heute einen Termin für ein Erstgespräch, um sich ausführlich beraten zu lassen. Einige Kanzleien bieten eine Erstgespräch bereits zum erschwinglichen Preis von 200 bis 300 Schweizer Franken an.

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Ist ein Scheidungsanwalt unbedingt notwendig?

Ist ein Anwalt notwendig, wenn sich beide Ehegatten einig sind? Im Falle einer einvernehmlichen Scheidung müssen die Eheleute keine Scheidungsklage einreichen, sondern ein gemeinsames Scheidungsbegehren. Jenes Begehren wird in einer Scheidungsvereinbarung gestellt, in welcher alle Angelegenheiten geregelt werden (Unterhalt, Pensionskassenaufteilung etc.). Im Grunde benötigen die Eheleute keinen Anwalt und können die Scheidungskonvention selbst schreiben oder ein Formular für die Scheidung in der Schweiz bei den zuständigen Gerichten herunterladen.

Nichtsdestotrotz kann ein Scheidungsanwalt in Zürich, Basel, Bern, Winterthur, Thun oder anderen Schweizer Städten sehr nützlich sein, um individuelle Anpassungen vorzunehmen und Sie ausführlich über die Konsequenzen der Vereinbarung zu informieren. Insbesondere bei komplexen Vermögensverhältnissen oder spezifischen Streitfragen empfehlen wir Ihnen die Konsultation eines spezialisierten Rechtsberaters.

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