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Namensänderung nach der Scheidung in der Schweiz - Das sollten Sie beachten

Junge Frau zeigt ihren leeren Namensschild
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Für viele geschiedene Ehepaare ist die Namensänderung nach der Scheidung sehr wichtig, um mit diesem Kapitel in ihrem Leben abzuschliessen. Wie hoch sind die Kosten für die Namensänderung in der Schweiz? Wie lange dauert eine Namensänderung nach der Scheidung? Wie sieht es mit der Namensänderung beim Kind aus?

Der nachfolgende Artikel erläutert alle wichtigen Aspekte zum Thema Namensänderung nach der Scheidung in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Rechtliche Lage der Namensänderung nach der Scheidung

Seit 1. Januar 2013 gilt das neue Gesetz zur Namensänderung nach der Scheidung in der Schweiz. Das Gesetz sieht vor, dass ein Ehepartner nach der Scheidung jederzeit wieder den Ledignamen annehmen kann. 

Jedoch sind die Ehegatten nicht dazu gezwungen, ihren Ledignamen wieder anzunehmen. Bei der Namensänderung nach der Scheidung gibt es keine Frist. Sie ist auch nach mehreren Monaten oder Jahren beim zuständigen Zivilstandsamt möglich. 

Danach können die geschiedenen Ehepartner über den eigenen und den Namen ihrer Kinder nach der Scheidung entscheiden. Wer nach altem Recht geheiratet hat und nun den Ledignamen annehmen möchte, muss allerdings eine Gebühr bezahlen. 

Alle Regelungen zum neuen Namensrecht befinden sich in der Zivilstandsordnung und der Verordnung über die Gebühren im Zivilstandswesen.

Bei der Eheschließung können die Eheleute entscheiden, ob sie den Ledignamen des Mannes oder der Frau als gemeinsamen Familiennamen tragen. Gleiches gilt für gleichgeschlechtliche eingetragene Partnerschaften.     

Muss man den Namen nach der Scheidung ändern, wenn der Expartner das möchte?

Die Ehepartner sind nach der Scheidung nicht zur Namensänderung gezwungen. 

Das heißt, die Ehepartner müssen den Ledignamen nicht annehmen, selbst wenn der andere Ehepartner nicht damit einverstanden ist, dass der Ehenamen auch nach der Scheidung weiterhin getragen wird. 

Demnach kann der Exehemann seine geschiedene Ehefrau nicht davon abhalten, den Ehenamen nach der Scheidung zu tragen. Der andere Ehepartner kann eine Namensänderung nach der Scheidung nicht erzwingen. 

Anders sieht es jedoch bei der Wiederheirat aus. Mehr dazu im unteren Abschnitt des Artikels.

Namensänderung nach der Scheidung im Trennungsjahr

Die Gesetzesänderung aus dem Jahr 2013 sieht auch vor, dass noch verheiratete Ehepartner, die sich im Trennungsjahr befinden, eine Namensänderung durchführen können. 

Ehepaare, die vor dem 1. Januar 2012 geheiratet haben, können demnach auch während der Ehe eine Änderung beim Zivilstandsamt beantragen und ihren Ledignamen wieder annehmen. Bei der Namensänderung nach der Scheidung gibt es in diesem Fall auch keine Frist.

Muss eine Namensänderung nach der Scheidung für Ehepartner beantragt werden?

Im Grunde genommen hat die Scheidung nur sekundär einen Einfluss auf die Namensänderung nach der Scheidung, denn der entsprechende Ehepartner muss dies explizit beantragen. Nach einer Scheidung behalten die Ehepartner den Familiennamen bzw. 

Ehenamen, den sie bei der Eheschließung angenommen haben, sofern sie nichts anderes beantragt haben. Dies gilt auch für Kinder von geschiedenen Eheleuten. Wer seinen Ledignamen tragen möchte, muss dies dem Zivilstandsamt melden. 

Welche Regelungen gelten bei der Namensänderung nach der Scheidung?

Möchte ein Ehepartner allerdings eine Namensänderung nach der Scheidung vornehmen und seinen Ledignamen wieder annehmen, gelten folgende Bestimmungen:

  • Der Ehepartner hat das Recht, den Ehenamen abzulegen oder zu behalten.
  • Nimmt der Ehepartner den Ledignamen wieder an, muss er nach der rechtskräftigen Scheidung eine Erklärung beim Zivilstandsamt abgeben.
  • Es gibt keine Frist für die Namensänderung nach der Scheidung.

Wo muss man die Namensänderung nach der Scheidung in der Schweiz beantragen?

Möchte man den Ehenamen behalten, dann muss das Zivilstandsamt nicht kontaktiert werden, denn dieses erhält das Scheidungsurteil vom Gericht übermittelt.

Möchte man den Ledignamen wieder annehmen, muss die gewünschte Namensänderung nach der Scheidung beim Zivilstandsamt angezeigt werden. Allerdings können auch andere Behörden involviert sein, da an unterschiedlichen Stellen eine Adress- und Namensänderung durchgeführt werden muss. Hinzukommt, dass die Namensänderung mit Kosten in der Schweiz verbunden ist.

Die Namensänderung muss den Behörden, dem Arbeitgeber, den Banken und Versicherungen übermittelt werden. Außerdem müssen der Pass und der Führerausweis sowie weitere Dokumente geändert und neu ausgestellt werden.

Wichtige Behördengänge bei der Namensänderung nach der Scheidung in der Schweiz

Für die Adress- und Namensänderung nach der Scheidung benötigen Sie das Scheidungsurteil. Möchten Sie Ihren Namen nicht ändern, müssen Sie das Zivilstandsamt nicht informieren, denn diese wird automatisch vom Gericht informiert. 

Bei einer gewünschten Namensänderung und der Wiederaufnahme des Ledignamens müssen Sie dies allerdings explizit beantragen. 

Haben beide Eheleute eine andere Staatsbürgerschaft als die schweizerische, dann müssen die Änderungen bei den Behörden im jeweiligen Herkunftsland vorgenommen werden. Kontaktieren Sie hierfür die jeweiligen Konsulate in der Schweiz.

Eine Namensänderung nach der Scheidung beeinflusst dabei auch folgende Bereiche:

  • Neuausstellung des Fahrausweises
  • Änderungen des Passes und der Identitätskarte bei der Heimatgemeinde vornehmen
  • Neuer AHV-IV Versicherungsausweis
  • Privatversicherungen müssen geändert werden
  • Leasingunternehmen müssen informiert werden
  • Die Vorsorgekasse muss über eine Namens- und Adressänderung unterrichtet werden
  • Banken
  • Neuer Personenstandsausweis oder Familienausweis
  • Haben Sie bereits ein Familienbüchlein, dann können sie es 3 oder 4 Monate nach Erhalt des Scheidungsurteils aktualisieren.

Namensänderung beim Kind

Sind die Eltern verheiratet, dann erhalten die Kinder den gemeinsamen Familiennamen. Tragen die verheirateten Eltern jedoch verschiedene Ledignamen, dann kann entschieden werden, welchen Namen die Kinder tragen sollen. 

Bei der Eheschließung können die Ehegatten den Namen der Kinder bestimmen. Wurde bei der Eheschliessung nicht festgelegt, welchen Namen das Kind tragen soll, wird dies bei der Geburtsmeldung des ersten Kindes gegenüber der Zivilstandsbehörde erklärt.        

Bei unverheirateten Eltern erhält das Kind den Ledignamen der Mutter. Haben die Eltern das gemeinsame Sorgerecht, dann können sie eine Erklärung abgeben, dass das Kind den Namen des Vaters tragen soll.

Entscheidet sich die Mutter nach der Scheidung ihren Ledignamen wieder anzunehmen, dann hat das Kind einen anderen Namen als die Mutter. Der Elternteil, der die elterliche Sorge hat, kann ein Namensänderungsgesuch im jeweiligen Wohnsitzkanton einreichen. 

Allerdings müssen hierfür „achtenswerte Gründe“ vorliegen. Dabei ist das Bedürfnis des Kindes, den gleichen Nachnamen wie der sorgeberechtigte Elternteil zu tragen, ausreichend. Nichtsdestotrotz wird im Einzelfall abgewogen, da die Namensänderung beim Kind eine Abwendung vom anderen Elternteil hervorrufen und das Kindesinteresse beeinträchtigen kann.  

Namensänderung beim Kind und Sorgerecht

Grundsätzlich können die Eltern eine Namensänderung beim Kind nach der Scheidung veranlassen, wenn das Kind unter 12 Jahre alt ist. Ist das Kind allerdings 12 Jahre alt, gilt es als urteilsfähig, sodass die Eltern die Namensänderung beim Kind nur mit dessen Zustimmung vornehmen können.

Wird ein Kind erst nach der Scheidung geboren, dann können die Eltern den Namen innerhalb eines Jahres ohne Einschränkungen ändern. Die Frist beginnt ab Rechtskraft der Sorgerechtsentscheidung zu laufen.

Namensänderung nach der Scheidung bei Wiederheirat

Sollten Sie erneut heiraten wollen, dann behalten die geschiedenen Ehepartner ihren bisherigen Namen, demnach auch einen früheren Ehenamen. Allerdings kann ein in einer früheren Ehe als Familienname angenommener Name nicht als gemeinsamer Familienname bei Wiederheirat angegeben werden. Beim Familiennamen der neuen Ehe muss zwischen dem Ledignamen der Frau oder des Mannes gewählt werden.

Beispiel:

Frau Weiß, Ledigname Schwarz, war einst mit Herrn Weiß verheiratet und möchte nun Herrn Roth heiraten. Frau Weiß und Herr Weiß haben sich scheiden lassen und Frau Weiß hat den Ehenamen behalten und nicht ihren Ledignamen nicht angenommen. Sie möchte Herrn Roth heiraten. Als gemeinsamer Familienname kann nur der Nachname der Frau oder des Mannes gewählt werden. In diesem Fall Schwarz oder Roth. Der ehemalige Ehename „Weiß“ darf nicht verwendet werden.

Kosten der Namensänderung in der Schweiz

Die Namensänderung ist in der Schweiz mit Kosten verbunden, dabei können verschiedene Behörden Gebühren für die Änderungen veranschlagen. Grundsätzlich ist mit einer Gebühr von 75 CHF für die Namensänderung beim Zivilstandsamt zu rechnen.

Nach 3 bis 5 Monaten nach der rechtskräftigen Scheidung können sich die geschiedenen Ehepartner einen neuen Personenstandsausweis oder einen Familienausweis bei der Heimatgemeinde ausstellen lassen. Hierfür wird eine Gebühr von 30 CHF berechnet. 

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