Ehevertrag Kosten – Was kostet ein Ehevertrag in der Schweiz?

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In den 24 Kantonen gelten andere Bemessungsgrundlagen, um die Gebühren und Kosten eines Ehevertrags zu ermitteln. Doch was kostet ein Ehevertrag in der Schweiz nun in den einzelnen Kantonen? In vielen Kantonen (z.B. Argau) wird das Honorar anhand der aufgewendeten Zeit berechnet, wohingegen in anderen eine Pauschale veranschlagt wird. Wie die Kosten eines Ehevertrags in Ihrem Kanton geregelt sind und worauf grundsätzlich geachtet werden muss, erfahren Sie in diesem Artikel.

Inhaltsverzeichnis

Gebührentarif des Kantonsrates

Grundsätzlich richten sich die Preise meist nach dem festgesetzten Gebührentarif des Kantonsrates. Für die Beurkundung eines Ehevertrags oder eines Inventars sieht dieser Tarif folgende Regelungen vor:

Die Gebühr für den Ehevertrag wird in der Regel nach dem Stundenaufwand berechnet und beträgt im gegebenen Rahmen jedoch mindestens 1 % des von der Änderung betroffenen Nettovermögens, bei der gegenseitigen Begünstigung vom Nettovermögen beider Partner.

Massgebend sind die Vermögensverhältnisse zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Die Gebühr liegt dabei zwischen 50 und 7.500 Schweizer Franken. Die Kosten für das Inventar mit Urkunde über die Vermögenswerte der Ehegatten betragen zwischen 150 bis 1.000 CHF, wobei sich diese Preise nach dem Zeitaufwand bemessen.

Anhand der unterschiedlichen Tarife ist ersichtlich, dass die Frage „Was kostet ein Ehevertrag in der Schweiz“ nicht pauschal beantwortet werden kann, da der Preis je nach Kanton und Zeitaufwand anders ist. Man kann davon ausgehen, dass sich die Kosten für einen Ehevertrag in der Schweiz auf 50 bis 7.500 Schweizer Franken belaufen können. Hinzukommen dabei auch die Kosten für die Beurkundung des Inventars, wobei sich die Gebühren zwischen 150 bis 1.500 Euro betragen.

Übersicht der Ehevertrag Kosten nach Kanton:

KantonGebühren
Bern500 – 3.000 CHF
Luzern500 – 3.000 CHF
Uri350 – 2.000 CHF
Nidwalden300 – 3.000 CHF
Basel-Stadt400 – 2.000 CHF
Genf200 – 2.000 CHF
Appenzell-Ausserrhoden50 – 500 CHF
Zürich200 – 7.500 CHF
Waadt200 – 2.000 CHF
Neuenburg100 – 2.000 CHF
Oberwalden250 – 1.500 CHF
Solothurn200 – 1.500 CHF
St. Gallen200 – 1.000 CHF
Appenzell-Innerrhoden100 – 1.200 CHF
Schwyz50 – 800 CHF

Sonderfall: Ehevertrag mit Immobilientransaktion

Umfasst der Ehevertrag eine Immobilientransaktion, so sehen die meisten Tarife die Berücksichtigung des Immobilientransaktionstarifs oder eines speziellen wertabhängigen Tarifs vor. Lassen Sie sich vorab über die Preise informieren, um somit ein erschwingliches Angebot einzuholen.

Güterrecht ohne Ehevertrag

Prinzipiell ist ein Ehevertrag nicht für jedes Ehepaar sinnvoll. Jedoch ermöglicht Ihnen ein Ehevertrag, andere Vereinbarungen bezüglich des ehelichen Einkommens und Vermögens zu treffen. Beim Güterrecht ohne Ehevertrag sieht der Schweizer Gesetzgeber vor, dass die Errungenschaftsbeteiligung für die Ehegatten gilt. Bei einer Scheidung behält jeder Ehepartner sein Eigengut. Hierzu zählen Geschenke, persönliche Gegenstände, Erbschaften und das Vermögen, welches ihnen bereits vor der Ehe gehört hat. Ist die genaue Herkunft spezifischer Vermögenswerte allerdings unklar, gelten sie als Errungenschaften. Diese werden bei einer Scheidung hälftig zwischen den Ehegatten aufgeteilt. Inbegriffen sind hierbei vor allem Vermögenswerte, die während der Ehe erwirtschaftet wurden.

Was ist ein Ehevertrag in der Schweiz?

Was ist ein Ehevertrag in der Schweiz? Mit einem Ehevertrag kann man die gesetzlich geltende Errungenschaftsbeteiligung ändern und einige vermögensrechtlichen Aspekte nach eigenen Vorstellungen regeln. Jedoch ist es nicht möglich, Sorgerechts- und Unterhaltsregelungen in einem Ehevertrag in der Schweiz zu regeln. Je nach Bedarf kann in einem Ehevertrag die Gütertrennung oder eine Gütergemeinschaft vereinbart werden. Allerdings ist es auch möglich, den Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung beizubehalten und nur marginal von den gesetzlichen Bestimmungen abzuweichen. In diesem Zusammenhang kann es beispielsweise sinnvoll sein, das Erbe in einem Ehevertrag zu regeln, um dem Ehepartner im Todesfall mehr als nur die Hälfte des gesamten Vermögens zukommen zu lassen.

Gütertrennung im Ehevertrag in der Schweiz

Bei der vereinbarten Gütertrennung im Ehevertrag in der Schweiz gibt es kein eheliches Vermögen und beide Ehegatten verwalten ihr Einkommen und Vermögen allein.

Auch eine Scheidung kann daran nichts ändern. Es entsteht quasi keine Errungenschaft, sodass am Ende in der güterrechtlichen Auseinandersetzung auch kein Vermögen aufgeteilt werden muss. Lediglich ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt könnte bestehen.

Der Ehevertrag zum Schutz Ihres Unternehmens

Welche Regelungen können mit einem Ehevertrag getroffen werden? Ein Ehevertrag ist vor allem dann sinnvoll, wenn einer der Ehegatten ein Unternehmen führt (Landwirtschaftsbetrieb, Praxis etc.). Gleiches gilt für Ehegatten, die Liegenschaften im In- und/oder Ausland oder grössere Wertanlagen besitzen. Unternehmer sollten bei Abschluss eines Ehevertrags folgende Aspekte berücksichtigen und prüfen:

  • Unternehmensübergabe nach der Heirat und Finanzierung mit Mitteln aus der Errungenschaft und/oder Krediten
  • Wie wird der Ehepartner begünstigt?
  • Sind Kinder aus vorherigen Ehen vorhanden?
  • Wie kann die Sicherung der Betriebsfortführung durch die Begünstigung des Nachfolgers geregelt werden?
  • Welche finanziellen Beteiligungsmöglichkeiten gibt es für den Ehegatten, der nicht Eigentümer des Betriebs ist?
  • Wie kann die Vermögensposition gesichert werden (Feststellung der Eigengüter, Erklärung als Eigengut, Gütertrennung)?

Wenn Sie Ihr Unternehmen schützen möchten, dann ist es wichtig, dass dieses nicht den Errungenschaften, sondern dem Eigengut zugerechnet wird. Eine so genannte Massenumteilung kommt aber nur unter bestimmten Voraussetzungen in Betracht…

Formvorschrift für einen Ehevertrag

Sicherlich gibt es im Internet zahlreiche Muster für einen Ehevertrag, allerdings muss eine gewisse Formvorschrift für einen Ehevertrag in der Schweiz eingehalten werden. Darüber hinaus ist ein Ehevertrag öffentlich von einem Notar zu beurkunden. Wie oben bereits erwähnt, sind die Kosten für einen Ehevertrag in der Schweiz in den einzelnen Kantonen sehr unterschiedlich, daher kann sich eine Recherche ausserhalb des eigenen Kantons lohnen. Die niedrigsten Kosten für einen Ehevertrag entstehen in den Kantonen Appenzell-Ausserrhoden und Schwyz. Zürich ist mit großem Abstand der “teuerste” Kanton.

Insbesondere inhaltlich ist der Formulierungsfreiraum eng gesteckt, da der Schweizer Gesetzgeber Unterhalts- und Sorgerechtsvereinbarungen, vor allem den Verzicht auf Unterhalt, in einem Ehevertrag untersagt. Der Ehevertrag ist in der Schweiz lediglich ein Instrument, um den Güterstand bzw. das Vermögen zu regeln.

Ehevertrag durch einen Anwalt für Familienrecht erstellen lassen

Um alle notwendigen Formvorschriften im Ehevertrag zu beachten, empfehlen wir Ihnen die Konsultation eines Rechtsanwalts für Familienrecht. Lassen Sie Ihren Ehevertrag beim Anwalt für Familienrecht aufsetzen, um eine sorgfältige anwaltliche Analyse und Prüfung der Rechtslage zu gewährleisten und einen massgeschneiderten Ehevertrag ganz nach Ihren individuellen Ansprüchen abzuschliessen.

Nur ein rechtskräftiger und formal korrekter Ehevertrag erlaubt es Ihnen Ihre güterrechtlichen Belange optimal aufeinander abzustimmen. Der Ehevertrag ist eine wichtige Grundlage, um im Scheidungsfall ihr Vermögen oder den Bestand Ihres Unternehmens zu sichern.

Fragen zu den Kosten eines Ehevertrags?

Unsere erfahrenen Partner beraten Sie gerne vollumfänglich zum Thema Ehevertrag. Zudem kann aufgrund der individuellen Beratung eine exakte Kostenberechnung erfolgen.

FAQ: Ehevertrag Kosten

Die Gesamtkosten für einen Ehevertrag unterteilen sich in:

  • Die Kosten für die Erstellung (Anwalt)
  • Die Kosten für die Beurkundung
Aufgrund der kantonsabhängigen Gebühren, können die Kosten für einen Ehevertrag nicht pauschal benannt werden.
Grundsätzlich gibt es immer die Möglichkeit, Kosten einzusparen. Allem voran hinsichtlich der Kosten für die eigentliche Erstellung kann durch einen direkten Vergleich der durch die Anwälte veranschlagten Gesamtkosten durchaus eine Ersparnis erzielt werden.
Ein Beitrag der juristischen Redaktion

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Unsere juristische Redaktion erarbeitet jeden Artikel nach strengen Qualitätsrichtlinien hinsichtlich Inhalt, Verständlichkeit und Aufbereitung der Informationen. Auf diese Art und Weise ist es uns möglich, Ihnen umfassende Informationen zu unterschiedlichsten Themen zu bieten, die jedoch keine anwaltliche Beratung ersetzen können.

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